Theresa Weber


„Ich entwickle einen organisch wachsenden Werkkörper aus sozial aufgeladenen Materialien, die liquide gemacht, verflochten und verwebt werden. Mit einer offensiven Ästhetik wird kulturelle Hybridisierung, in Kombination mit künstlichen Schönheitsidealen thematisiert.

Wiederholt tauchen prothetische Elemente auf. Kunstnägel, synthetisches Haar, Push-Ups, Silikon und Schmuck sind solche Erweiterungen. Sie werden dem sozialen Körper angeeignet, formen ihn und drücken Identität und Zugehörigkeit aus. Hierbei repräsentiere ich vor allem um die weibliche und afro-diasporische Identität. Körpererweiterungen existieren in meiner Arbeit als kulturelle, organische Spur und körperloser Rest. Diese Elemente werden malerisch in Kunstharz archiviert oder in Silikon implantiert. Auf den Malereien erschaffen sie eine organische Haptik und komplex vernetzte Muster.

Im Kern stelle ich mir die Frage, durch welches soziale System wir Gesehenes einordnen.
Die den Materialien eingeschriebenen Assoziationen werden durch mich neu kombiniert und dekodiert. Dabei werden die Grenzen unserer kulturell geprägten, ästhetischen Empfindung untersucht.
Ich bin durch meinen internationalen Familien-Hintergrund sowohl von westlicher, als auch von nicht-westlicher Bildfindung beeinflusst und möchte eine in die Zukunft blickende Position einnehmen, die Dualismen in Frage stellt. Als in Deutschland geborene Frau, habe ich außerdem Verwandte auf Jamaika, in London GB, Canada und Griechenland. Dies beeinflusst mein soziales Denken und meine Sicht auf Gesellschaft und Identität. Eine der zentralen politischen Fragen unserer Zeit ist der Umgang mit kultureller Hybridisierung und die Aufarbeitung westlicher kultureller Dominanz. Durch Vernetzung und gesellschaftliche Bewegung, sind wir gefordert alte Hierarchien aufzubrechen.

Es erscheint mir für meine Arbeit wichtig, meine Umgebung mittels Nutzung von Material zu kommentieren. Meine inneren Fragestellungen möchte ich visualisieren und meine Mitmenschen damit erreichen. Dabei ist die visuelle und räumliche Erfahrung meiner Arbeit eine konfrontierende Art der Kommunikation, die ich weiter ausbauen und konkretisieren möchte.“


Künstlerische Arbeiten


Vita

geboren 1996 in Düsseldorf,

lebt und studiert in Düsseldorf

Ausbildung

seit 2018 Ellen Gallagher Klasse, Kunstakademie Düsseldorf

2018 Künstlerresidenz, Kulturhaus Rat Trap, Kolumbien, Bogotá

2015-2018 Katharina Grosse Klasse, Kunstakademie Düsseldorf

2014-2015 Orientierungsbereich, Kunstakademie Düsseldorf

2014 Schulabschluss, Abitur

Stipendien

Deutschlandstipendium 2020

NRW Stipendium 2020

Ausstellungen

2020

„Quarantäne“, Weird Space, Düsseldorf

2019

„Fleur De Sel“, Blumen Boddenberg, Cologne

„Arcus Pride Art“, Philara collection, Düsseldorf
in collaboration with Clifford Chance

„Wald“, plan.d., Düsseldorf

Rundgang, Kunstakademie Düsseldorf

2018

Casa Rat Trap, Bogotá, Colombia

„Más Allá“, Bogotá, Colombia

group show, Concept Vermögensberatung, Bielefeld

Rundgang, Kunstakademie Düsseldorf

2017

„Akademie [work title]“, Kunsthalle Düsseldorf

„class Katharina Grosse exhibiting“, Kunstverein Lippe

event of the doctors and pharmacy bank, K21 Düsseldorf

group show, FRANZ lawyers, Düsseldorf

Rundgang, Kunstakademie Düsseldorf

2016

Rundgang, Kunstakademie Düsseldorf

2015

Rundgang, Kunstakademie Düsseldorf

2014

„Deckkraft open“, Lehmbruck Museum, Duisburg



© all pictures by Theresa Weber